Peter Lanczak 
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Der Photograph Walter Lichtenstein
alias 'Limot'
1902 - 1984


Walter Lichtenstein wurde 1902 in Berlin als Sohn einer gutbürgerlichen Familie geboren. 

Hier bekam er keinen Bezug zur Photographie - sein Vater war als Handelsvertreter tätig und auch nur selten zuhause.

Die Kunst der Photographie lernte er erst später bei einer Fachschule, die ihm erste Erfahrungen in der Photographie und der Laborarbeit vermittelte. 
Die Photographie sollte ihn sein Leben lang begeistern; Trickaufnahmen, Solarisationen, Ausschnitte, Photomontagen, Reportagen, Portraits:  Nichts war ihm fremd, alles gelang ihm mit großem Erfolg.

Der Photograph Walter Limot  (1958)

Walter Limot, 1958
 

Im Jahre 1922 arbeitete er als Photolaborant in Berlin und bekam zufällig über seinen Chef die Möglichkeit, für den  Filmregisseur E. Lubitsch als Photograph zu arbeiten
Die ersten Ergebnisse waren zwar nur mittelmäßig, aber Lubitsch engagierte dennoch den jungen Lichtenstein, der damit der erste Standphotograph des deutschen Films wurde. Und die ersten Ergebnisse seiner Arbeit waren so ausgezeichnet, daß sich auch alle anderen Filmproduzenten mit ihm und seiner Standphotographie befassten.

Walter Lichtenstein arbeitete mit allen großen Regisseuren der damaligen Filmszene zusammen:  Oswald, Lamprecht, Bernhardt, Lang, Pabst, Ophuls ...
Seinen grössten Erfolg erzielte er bei dem sicher auch für Historiker interessanten Film 'Mädchen in Uniform'.

Leider gibt es kein umfassendes Verzeichnis all der Filme, bei denen Lichtenstein mitgewirkt hat und auch nur wenig bekannte, ihm zuzuordnende Photos..

1933, nachdem aus der Rede von Goebbels dessen politische Ziele erkennbar wurden, verlässt Lichtenstein Deutschland und lässt sich in Paris unter dem Namen Walter Limot nieder. 

Bereits ein Jahr später ist er einer der bevorzugten Photographen der Pariser Bildagentur Rapho und aufgrund seiner immer noch aufrecht erhaltenen Kontakte wird er weiter als Standphotograph für die damals bedeutenden Filmregisseure Ludwig Berger, Max Ophuls, Robert Siodmak, Fritz Lang und Anatol Litvak tätig. 
Auch die französischen Filmregisseure verlangten nach ihm: Allegret, Gremillion, Dreville, Feyder, Clouzot, S. Guitry ...

Seine Fähigkeiten ermöglichten es auch, bald Reportagen und zahlreiche Portraits bekannter Persönlichkeiten der Zeit anzufertigen: Lumière, Colette, F. Léger, Cocteau ... 
Leider sind viele seiner Photos und seiner Negative während des zweiten Weltkrieges verlorengegangen. Bedauerlich, wenn man die künstlerische Wirkung und die Qualität seiner Photographien einmal kennengelernt hat.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit beschäftigte er sich sogar mit Passbildautomaten, leider ohne dafür jemals ein Patent einzureichen. 

Der zweite Weltkrieg hemmte sein Schaffen. 1943 verliess seine Familie Frankreich und ging in die Schweiz, er selbst tauchte in der Fremdenlegion unter. Erst nach Kriegsende im Jahre 1945 kehrte er wieder nach Paris zurück und führte sein Leben wie vorher - zwischen Kinoaufnahmen und zahlreichen damit verbundenen Reisen verbleibt nicht viel Zeit für die künstlerische Seite. Etwa 120 Filme begleitete er, fast alle namhaften französischen Filmregisseure der Zeit beschäftigten ihn: Carne, Delannoy, Christian-Jaque Duvivier, René-Clair und andere.

Tausende von Photos wurden veröffentlicht - und sind es noch.
 

Walter Limot verstarb im November des Jahres 1984 in Paris.

Die Schriftstellerin Colette  (1934)

Sidonie-Gabrielle Colette
Photographie von Walter Limot, 1934
 

Die Hand der Schriftstellerin Colette  (1934)

Die Hand von Colette
Photographie von Walter Limot, 1934
 

Der Designer Corbusier  (1934)

Die Hände von Corbusier
Photographie von Walter Limot, 1934


Diese Seite entstand mit freundlicher Unterstützung von André Limot,
dem Sohn von Walter Lichtenstein - genannt 'Limot'.

Alle Photos:  © LIMOT/Igny France

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© Peter Lanczak Germany/France
last update 3.02.2002
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